AI Agents laufen auf Ihrem Server, greifen auf Ihre Tools zu, lesen Ihre Daten und führen Befehle in Ihrem Namen aus. Wenn sie funktionieren, sind sie mächtig. Wenn sie kompromittiert werden, haben sie die Schlüssel zu allem. Die Sicherheitslandschaft für AI Agents im Jahr 2026 ist besorgniserregend — bösartige Skills, offene Server und eine kritische CVE haben bereits Hunderttausende von Nutzern betroffen.

Diese Anleitung behandelt die echten Risiken, was bisher passiert ist, und wie Sie sich schützen können, egal ob Sie Hermes Agent, OpenClaw oder irgendein selbst gehostetes AI-Framework betreiben.

Wichtigste Erkenntnis

Das größte Risiko ist nicht der Agent selbst — es sind die Skills/Plugins, die Sie installieren, und die Infrastruktur, auf der Sie ihn betreiben. Überprüfen Sie jede Drittanbieter-Skill, legen Sie keine Ports ohne Authentifizierung ins Internet offen und geben Sie Agents nie Zugriff auf Produktionssysteme ohne Überprüfung.

Welche Sicherheitsvorfälle haben bereits stattgefunden?

Drei bedeutende Ereignisse prägen die aktuelle Bedrohungslandschaft:

OpenClaws bösartige Skill-Kampagne: Ein Koi Security-Audit von 2.857 ClawHub-Skills fand 341 bösartige Einträge — 335 davon gehörten zu einer einzigen koordinierten Kampagne. Diese Skills führten Datenexfiltration und Prompt-Injection durch, ohne Wissen der Nutzer. Die chinesische Regierung hat OpenClaw im März 2026 auf Computern staatlicher Unternehmen verboten.

CVE-2026-25253: Eine kritische Schwachstelle in OpenClaw mit einem CVSS-Score von 8.8 (hohe Schwere). SecurityScorecard meldete Zehntausende öffentlich exponierter OpenClaw-Instanzen — Server, die das Agent-Framework mit offenen Ports aus dem Internet heraus betreiben.

Anthropic-Nutzungseinschränkungen: Anthropic hat geändert, wie Third-Party-Agents mit Claude-Abonnements authentifizieren können, was Unsicherheit für alle schafft, die Claude über Agent-Frameworks nutzen. Das ist kein Sicherheitsvorfall an sich, aber es hat das Betriebsmodell gestört, auf das viele Agent-Nutzer setzten.

Wie geht Hermes Agent mit Sicherheit um?

Hermes verfolgt einen konservativeren Ansatz als OpenClaw und integriert mehrere Sicherheitsfunktionen direkt in die Architektur:

Sicherheitsfunktion Hermes Agent OpenClaw
Container hardeningYes — read-only root, dropped capabilitiesOptional, not default
Namespace isolationYesLimited
Pre-execution scanningYes — scans terminal commands before runningNo
Filesystem checkpointsYes — can rollback changesNo
Skill marketplace auditSmaller ecosystem, less exposure13,700+ skills, 341 found malicious
Known CVEs0 (as of May 2026)CVE-2026-25253 (CVSS 8.8)

💡 Ehrlicher Hinweis

Hermes’ Rekord von null CVEs spiegelt die begrenzte Einsatzexposition wider (Start Februar 2026), nicht bewiesene Unverwundbarkeit. OpenClaw ist in viel größerem Maßstab und länger im Einsatz — mehr Einsatz bedeutet mehr entdeckte Schwachstellen. Beide Frameworks erfordern eine Sicherheitsprüfung vor dem Produktionseinsatz.

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Wie sicherst du einen selbst gehosteten AI Agent?

Egal ob du Hermes, OpenClaw oder ein anderes Agent-Framework betreibst, diese Prinzipien gelten:

1. Stelle niemals Ports ins öffentliche Internet. Betreibe den Agent hinter einem VPN oder nutze SSH-Tunnels. Die Zehntausende exponierter OpenClaw-Instanzen wurden entdeckt, weil Leute den Agent auf öffentlichen IPs mit offenen Ports laufen ließen.

2. Überprüfe jede Third-Party-Skill vor der Installation. Lies den Code. Prüfe, welche Berechtigungen er anfordert. Schau, wer ihn veröffentlicht hat und wann. 335 bösartige Skills in einer Kampagne bedeuten, dass Skill-Marktplätze eine aktive Angriffsfläche sind.

3. Betreibe mit minimalen Berechtigungen. Gib dem Agent keinen Root-Zugriff. Verbinde ihn nicht mit Produktionsdatenbanken. Nutze wo möglich schreibgeschützten Zugriff. Das Prinzip der geringsten Rechte gilt für AI Agents genauso wie für menschliche Nutzer.

4. Aktiviere Container-Isolation. Hermes unterstützt Docker-Container mit schreibgeschützten Root-Dateisystemen und reduzierten Capabilities. Nutze sie. Wenn der Agent kompromittiert wird, begrenzt Containerisierung den Schadensradius.

5. Überwache API-Kosten auf Anomalien. Ein kompromittierter Agent mit teuren API-Aufrufen kann Tausende an Kosten verursachen. Setze Ausgabenlimits bei deinen LLM-Provider-Konten und überwache ungewöhnliche Spitzen.

6. Halte den Agent aktualisiert. Sowohl Hermes als auch OpenClaw werden aktiv entwickelt. Sicherheits-Patches kommen regelmäßig. Nutze die neueste Version und abonniere Sicherheitsmitteilungen.

Solltest du AI Agents mit sensiblen Daten vertrauen?

Die ehrliche Antwort: Noch nicht, für die meisten Anwendungsfälle. AI Agents im Jahr 2026 sind mächtig, aber das Sicherheits-Ökosystem ist unreif. Der Stanford HAI AI Index 2026 berichtet, dass Agents auf strukturierten Benchmarks etwa zwei von drei Malen erfolgreich sind — eine 33%ige Fehlerrate ist für sensible Operationen zu hoch.

Nutze Agents für Aufgaben, bei denen Fehler rückgängig gemacht werden können und die Daten nicht vertraulich sind. Forschung, Terminplanung, Entwürfe für Kommunikation, Datenanalyse nicht-sensitiver Datensätze — das ist angemessen. Finanztransaktionen, medizinische Entscheidungen, rechtliche Handlungen und alles mit Kundendaten (PII) sollte vor Ausführung menschlich geprüft werden.

Mehr dazu, wie AI Agents funktionieren und welche Grenzen sie derzeit haben, in unserer vollständigen Anleitung. Für Vergleiche privacy-fokussierter AI-Tools schau in unseren AI-Privacy-Leitfaden.

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Häufig gestellte Fragen

Ist Hermes Agent sicherer als OpenClaw?

Hermes hat konservativere Sicherheitsstandards und null CVEs, ist aber auch jünger und weniger kampferprobt. Keines der Frameworks sollte ohne eigene Sicherheitsprüfung als sicher gelten. Wähle nach deinem Anwendungsfall, nicht nur nach Sicherheitsversprechen.

Können AI Agents durch Prompt-Injection gehackt werden?

Ja. Prompt-Injection — bei der bösartiger Inhalt in einem Dokument oder einer Nachricht den Agent zu ungewollten Aktionen verleitet — ist ein aktuelles Risiko für alle AI-Agent-Frameworks. Der Vor-Ausführungs-Scanner in Hermes hilft, ist aber nicht narrensicher.

Sollte ich AI Agents auf meinem Privatcomputer laufen lassen?

Für Tests und leichten Einsatz, ja. Für dauerhaften Produktions-Einsatz wird ein VPS empfohlen — es isoliert den Agent von deinen persönlichen Daten und bietet kontrollierteren Zugriff. Lass nie einen Agent auf einem Rechner mit sensiblen persönlichen oder finanziellen Daten ohne Containerisierung laufen.

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